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22. June 2021

Bild Ötztaler

Ein kleines Team von vier Rennradlern des SC Karlsbad hatte das Losglück, um beim legendären Ötztaler Radmarathon in Sölden am 28.8.2016 antreten zu dürfen. Bei 16.000 Angemeldeten, von denen nur 4.700 einen Startplatz bekamen, war damit schon die erste Hürde genommen.

Die Tatsache, dass sich fast viermal so viele durch die 238km und 5500 Höhenmeter quälen wollen, zeigt, wie beliebt dieses Rennen bei den Hobby- und Amateurfahrern ist. Für die meisten ist es der Saisonhöhepunkt und manche nennen es den „Ritterschlag des Radsportlers“.

In Sölden startet der kollektive Wahnsinn um 6:45h zunächst ganz locker, ca. 30km abwärts bis Ötz. Dann stehen die ersten 1200Hm zum Kühtai (2020m) an. Die Beine sind noch frisch und die teilweise bis zu 18% steilen Passagen sind noch kraftvoll zu bewältigen.

Dann folgt der relativ flache und erste gegen Ende steiler werdende Anstieg zum Brennerpass (1377m) an. Auch diese 777Hm tun noch nicht wirklich weh. Nur die Hitze macht den Fahrern langsam zu schaffen.

Bild Ötztaler 1

Die jetzt folgenden 1130Hm des Jaufenpasses (2090m) hinterlassen deutliche Spuren. Ein gleichmäßiger Anstieg ohne Erholungsphasen lassen, oben angekommen, das Gefühl aufkommen, dass der Akku bereits leer ist.

Im Passeiertal in Südtirol angekommen, sind bereits 180km und 3750Hm in den Beinen, mehr als man vorher in einer der Trainingseinheiten je gefahren wäre. Fast jeder hat wohl die quälende Frage im Kopf, woher eigentlich die Energie für die letzten 1750Hm auf das 2509m hohe Timmelsjoch kommen soll.

30°C im Schatten aber gefühlten 40°C in der Sonne und der hitzestrahlenden Asphalt machen den Ötztaler noch härter als er ohnehin schon ist. Je weiter man nach oben kommt, desto mehr zeigt sich das Elend bei einigen Teilnehmern. Immer mehr schieben ihr Rad, liegen erschöpft am Straßenrand, krümmen sich wegen Muskelkrämpfen oder übergeben sich über die Leitplanke. Für viele geht es einfach nur noch darum durch zu kommen, bevor sie der Besenwagen frisst. Einige hundert ereilt dieses Schicksal.

Nach nur 6:57h kam der Malscher Bernd Hornetz als Sieger ins Ziel. Mit einigem Abstand aber glücklich und unbeschadet haben die Rennradler des SC Karlsbad mit folgenden Zeiten gefinisht:

Bernhard Becker:        8:59h
Andreas Klein:             9:47h
Paul Prechtl:               10:51h
Robin Fundinger:      11:37h